Was soll ich machen?

Von Silke Quast

Was soll ich machen?

Würde mein Freund mir diese Frage stellen, wäre ich nie um eine Antwort verlegen. Einige diesbezüglicher Einfälle haben zum Ziel, sein Leben (und damit meins) zu verbessern. Mehr Mut, mehr Engagement für die Beziehung, mehr Rausgehen mit dem Kind, "... ach und bring doch noch Butter mit; ...du könntest mich auch noch mal massieren, aber nicht mit so einem Gesicht." Was passiert, ist, dass er sich zurückzieht, wir zwar im Alltag funktionieren aber nicht mehr kommunizieren. Oft bin ich dann gelangweilt und sehne mich nach mehr Intensität, mehr Abenteuer, einem Mann, der mich heiß umwirbt und schön schwindelig macht. Meiner aber ist müde. Weil ich aber mein Leben und meine Liebe optimieren will, bin ich oft angestrengt, überfordert und fühle mich allein verantwortlich für den Grad der Intensität in unserer Beziehung.

Egal was er tut, es ist selten genug, meist zuwenig und mein Hunger nach Liebe bleibt und nagt in mir. Um meine Traurigkeit nicht zu spüren, mache ich mich wichtig, entscheide für meinen Freund anstatt mit ihm, handle nach meinen Bedürfnissen anstatt mit ihnen. Was ich dabei übersehe, ist all das, was er braucht, wonach er sich sehnt, was ihm wichtig ist, also all das, was ihn interessant macht. Dann schäme ich mich für mein Verhalten und bin unsicher. Wenn ich unsicher bin, weiß ich plötzlich nichts mehr besser, bin traurig und verletzlich. Oft ist dieses Gefühl der erste Schritt um endlich einmal alles zu lassen wie es ist, ihn zu lassen wie er ist, als Mann, mit dem ich mein Leben teilen will.


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken